Gears of War 4

Das altbewehrte Spielprinzip mit einer neuen Generation von Helden in den Händen eines neuen Entwicklers.

Microsoft und The Coalition schicken nun das zweite Gears of War auf XBOX One. War das vorhergehende noch ein Remake vom ersten Teil, gibt es seit der letzten Woche Dienstag mit Gears of War 4 einen waschechten Nachfolger. Die Erwartungen der Fans ist groß, zumal The Coalition die Entwicklung der Serie aus der Hand von Epic Games übernommen haben. Zwar konnten diese mit dem Remake schon beweisen, dass sie etwas können aber die Ideen einer Serie weiterzuspinnen und zu verwirklichen, ist noch einmal etwas völlig anderes.

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Von Feenix zu Feenix - Staffelübergabe an den Sohn

Dabei mussten die Entwickler aber das grundlegende und gemochte Spielprinzip eines Deckungsshooters nicht über den Haufen werfen und konnten sicherlich vieles übernehmen. Aber der Anspruch besteht auch darin, neue Funktionen und Elemente einzuführen, ohne das die Spielergemeinschaft verschreckt wird. Die größte Änderung dürfte das zu spielende Team darstellen. Die Geschichte spielt 25 Jahre nach den letzten Videospielereignissen aus dem dritten Teil. Marcus Feenix und sein Team sind irgendwie schon Geschichte, aber lange noch nicht tot. Jedoch wahrscheinlich schon im Rentenalter. Passenderweise übernimmt sein Sohn James Dominic Feenix, oder auch kurz J.D. die Führung im Spiel. Das Problem bei einer solchen Storyerzählung sind die vergangen Spieljahre. Viele Dinge die dazwischen liegen und höchstwahrscheinlich passiert sind, können viele Spieler gar nicht nachempfinden oder nachspielen. Einige Sachen werden auch nur in Romanen fortgeführt oder wurden schon längst erzählt. Daher ist dieser Sprung durchaus gewagt, sicherlich aber nicht völlig unverständlich. Hier werden alte Zöpfe abgeschnitten um für Neues Platz zu schaffen. Das alte Team um Marcus Feenix ist aber noch längst nicht vergessen. Gastauftritte sind im Spiel sichergestellt wurden. Leider ist es aber so das die neuen Charaktere noch etwas mehr Tiefgang vertragen hätten. Aktuell wirken sie noch sehr auswechselbar aber darunter hat auch schon der erste Teil gelitten. Spätere Teile haben hier noch mehr die persönlichen Schicksale beleuchtet.

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Was wiederum gut eingeführt wurde, ist der spielbare Prolog zum vierten Teil. Dieser ist sowohl für Neuankömmlinge im GoW Universum, wie auch für alte Hasen interessant. Hier haben die Spieler die Möglichkeit auch noch vor den Ereignissen des ersten Teils in einen Abschnitt der Pendulumkriege zu schauen. Während dieser Phase des Kriegs zwischen der Menschheit auf dem fiktionalen Erdenplaneten Sera, entsteht ein neuer Konflikt zwischen einer bis dato unbekannten Rasse, den Locust. Diese Abschnitte im Prolog dienen auch als Tutorial, bis wir uns dann im neuen Jetzt aufhalten, indem wir mit dem eigentlichen Hauptcharakter J.D. Feenix spielen werden.

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Die Locust wurden durch die Ereignisse aus dem dritten Teil neutralisiert. Verwandelten sich aber in eine leblose kristalline, nicht zerstörbare Form. Im späteren Verlauf des neuen Teils erfahren wir, dass diese Locust unter die Erde verbracht wurden, um sie dort für immer zu begraben. Doch anscheinend waren sie nicht tot, eher wie ein Schmetterling verpuppt. Die Menschheit auf Sera steht mit großer Wahrscheinlichkeit wieder vor einem katastrophalen Ereignis, was aber sicherlich noch in weiteren GoW Teilen erzählt werden soll. Denn bis wir dahin kommen, ist der Einzelspieler nach guten 10-12 Stunden rum. Der Spieler wird anfänglich aber nicht mehr nur mit den Locust seine Rangelein ausfechten müssen, sondern auch mit elektronischen Sicherheitssystemen, die besonders im ersten Akt des Spiels für ungläubiges Stöhnen sorgen könnten. Die meisten Spieler von GoW werden dies mit hoher Wahrscheinlichkeit eher befremdlich empfunden haben, gegen androide Systeme zu spielen. Der übertriebene und blutige Kampf gegen humanuide Gegner ist aber glücklicherweise nicht gestrichen, nur dauert es noch bis im Spielverlauf auf die Locust getroffen wird. Vor allem haben sich die Locust in ihrem langjährigen Schlaf unter der Erde verändert und es gibt neue Gegnerarten. Wobei nicht ganz bekannt ist, woher die neuen Gegner kommen. Die Charaktere im Spiel nennen die neuen Gegner erstmalig Schwarm. Auffällig ist, dass die Locustbrut erst nach dem Schwarm wieder aktiv werden. Der Schwarm war in der Spielserie bisher nie ein Thema, daher ist es wohl eine Entwicklung, die erst innerhalb dieser fünfundzwanzig Jahre nach der Locust Neutralisierung, abgelaufen ist. Zumindest bietet der Schwarm eine neue, ziemlich eklig, glibberig anmutende Abwechslung aber auch viel Spekulation. Hier bedarf es noch mehr Aufklärung in der Geschichte.

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Zur Brut gesellt sich der Schwarm

Nicht nur die Gegner sind nun noch etwas vielfältiger geworden, so gibt es auch neue Waffen. Einige sind futuristischer und andere sind eher realen Vorbildern entlehnt wurden. Der Lancer mit seiner Kettensäge ist aber weiterhin das Aushängeschild des Spiels und ein wichtiger Wegbegleiter um sich durch allerhand Materialen und Körper zu schneiden. Hinzukommt ein Gewehr was sich tontechnisch nach einem Gewehr aus dem zweiten Weltkrieg anhört oder auch eine Waffe, welche an einem Bohrer erinnert. Nur das die Bohrköpfe verschossen werden, um sich kurze Zeit danach in einen Gegner oder Boden zu bohren um dann zu explodieren. Zahlreich und vielfätig geht es auch in der Szenerie zu, welche grafisch präsentiert wird. Entweder sind wir in einsamen Neubausiedlungen, welche sich selber konstruieren unterwegs,oder in stürmischen Gehöften welche durch den Sturm spektakulär auseinandergenommen werden. Ein wenig Physik ist auch enthalten und kann auch in leichten Zügen durch den Spieler genutzt werden um Gegner zu beseitigen. Weitere actionreiche Szenen sind beispielsweise eine Flucht auf dem Motorrad. Der Detailgrad in den verschiedenen Szenen wird versucht hoch zu halten. Dabei kam mir spielerisch wie grafisch, die ersten Einführungslevel am schwächsten vor. Spätere Landschaften und Gegner machen dann schon mehr her.

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Deckungsfreuden auch mit Freunden

Ein wichtiger Aspekt ist wie immer auch der Multiplayer in GoW4. Der Kooperationsmodus um mit Freunden die Kampagne zu spielen ist kaum noch die Rede wert. Ohne diesen wäre das Spiel weniger Gears of War als wie wir es heute kennen und lieben. Die Schwierigkeitsstufen bis Wahnsinnig können also auch in menschlicher Begleitung gemeistert werden. Dem Immerwiederspielen steht demnach nichts im Wege. Zudem werden sich viele Spieler auch in klassische Mehrspielergefechte stürzen, um im Gegeneinander anzutreten. Sehr beliebt ist jedoch auch der Horde Modus, indem menschliche Spieler, ebenfalls kooperativ gegen Horden von Monstern antreten. Hier hat The Coalition noch einmal angesetzt und für weitere Verbesserungen gesorgt. Diese Verbesserungen wirken dem Spielspaß in keinster Weise entgegen, können sogar, wenn klug eingesetzt, mehr Strategie und Erleichterung ins Spiel bringen. Ein Klassensystem gibt es und auch den sogenannten Fabrikator. Dies ist eine Konstruktionskiste mit der allerhand Verteidigungssysteme im Spiel erzeugt und aufstellt werden können. Notwendige Energie muss als Ressource aber genügend vorhanden sein. Im Einzelspieler wird dieser Fabrikator auch seine Sternstunde feiern, nur muss der Spieler hier keine 50 Wellen überleben, um am Ende siegreich aus der Schlacht hervorzugehen. Daher ist im Mehrspieler noch einiges mehr an Erfahrung für das Überleben bis zum Ende notwendig.

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Gears of War 4 wird Fans wieder gleichermaßen begeistern, auch wenn ein neuer Entwickler übernommen hat. Wir können aber nun recht sicher sein, das The Coalition die Serie weiterführen kann. Obwohl der Multiplayer einigen Spielern wichtiger sein wird und der Einzelspieler noch ausbaufähig ist, vor allem in der Erzählung von weiteren Storyelementen um die neue Crew oder dem Handlungsstrang im Allgemeinen, so bildet der Generationswechsel ein hohes Potential dies in kommenden Teilen wieder besser zu machen. Zumindest ist das Gesamtpakte von Gears of War 4 so gut, dass sicherlich mehr als nur 10h mit dem Alleingang der Kampagne zugebracht wird. Wer das Gegeneinander eher abschreckend findet, kann zumindest neben der Kampagne auch den spaßigen Horde-Modus gemeinsam mit anderen Spielern erleben. Selbst PC Spieler können durch das PC-Anywhere Programm von Microsoft sofort in den Kampf ziehen und selbst bei den Kooperativen Modis mit den Konsolenspielern zusammen zocken.

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