Quantum Break

Durch eine Zeitmaschine unseres Bruders droht der absolute Stillstand der Zeit. Schafft es Jack Joyce die Welt davor zu bewahren?

Wir spielen in Quantum Break die Figur Jack Joyce. Der gute Jack hat einen physikbegabten Bruder, welcher im wortwörtlichen stillen Kämmerchen eine Zeitmaschine zusammengeschustert hat. Dies wird relativ früh im Spielverlauf klar, richtig deutlich erst mit weiteren Informationen, die wir im Spiel sammeln können oder auch so erzählt bekommen. Anfänglich starten wir auf einem Universitätsgelände auf welchen wir uns Morgens oder spät in der Nacht auffinden sollen, um unseren Freund Paul Serene zu treffen. Paul ist weniger vorsichtig, wie unserer Bruder William Joyce. William werden wir auch erst später kennenlernen aber bis dahin ist es schon zu spät. Mit Paul aktivieren wir die Maschine und starten den Verlauf von Dingen, die die Welt in ein Zeitdilemma stürzen wird.

Stillstand in 360° Umsicht

Was nun unsere Aufgabe ist, bleibt daher nicht lange im Dunkeln. Wir müssen die Welt retten, bevor die Zeit komplett stehen bleibt. Weil wir als Protagonist in der Nähe des Epizentrums der Ereignisse waren, haben wir sogar die Möglichkeit in einer solchen Phase des Stillstands der Zeit, uns weiterhin fortzubewegen. Das Ganze macht einen Eindruck wie in einem Screenshot zu stehen, in dem wir uns wunderbar hin und her bewegen können. Aber die Zeit ist zwar Jacks Hauptproblem, dennoch nicht das einzige. Monarch Solutions, ein Konzern scheint andere Pläne zu haben und versucht Jack aufzuhalten. Selbst innerhalb dieser Firma gibt es größere Verwerfungen und Intrigen, die auch bis zum Ende nicht ganz klar zu durchschauen sind. Um einige Sachen dennoch zu durchblicken, gibt es immer wieder Sammlerstücke, wie schon in diversen Spielen davor. Microsoft tat aber noch einiges mehr, um mit Remedy Entertainment die Welt von Quantum Break spannend zu gestalten. 

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Um diesen Hitkandidaten noch mehr zu pushen, hat Microsoft seit Bekanntgebung einiges getan. Nicht nur was Präsentationen und Werbung anbelangt. Eher auch die Tatsche, dass das Spiel mit einer realen Actionserie kombiniert wurde. Es gibt sowohl in Grafik gehaltene Zwischensequenzen, wie auch größere Storyverläufe die durch Serien zwischen den Akten erzählt werden. Diese können jeweils gut zwanzig Minuten in Anspruch nehmen und erfordern etwas Geduld. Wer nur zocken möchte, kann sie zwar überspringen, verpasst aber auch Details der Story. Zudem verändern sich die Szenen leicht, je nachdem wir uns im Spiel entscheiden. Den Entscheidungspart übernehmen wir im Körper von Paul Seren, welchen wir meist kurz vor Aktende steuern können. Der Einfluss auf die Geschehnisse durch die Entscheidungen von Paul haben jedoch nur geringe Auswirkungen. Der Hauptstrang wird immer zum selbem Ergebnis führen. Dennoch ist die Mischung von Spiel und Serie eine willkommene Abwechslung der sonst üblichen Herangehensweise in der Erzählung von Spielen. Die Schauspieler werden den einen oder anderen auch schon aus der Serie Lost oder Game of Thrones bekannt vorkommen. Paul Serene wird dabei gespielt von Aiden Gillen, Jack Joyce von Shawn Ashmore und William Joyce von Dominic Monaghan. Wer die Schauspielernamen nicht kannte, wird wahrscheinlich zumindest die Spielgesichter erkennen. Diese sind den echten Abbildern zum verwechseln ähnlich.

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Stimmige Welt im Stillstand und Bewegung

Die Welt von Quantum Break wurde samt der Ereignisse auch wunderbar in Szene gesetzt. Grafisch feuert Remedy ein ordentliches Feuerwerk auf XBOX One ab. Durch einige Einschränkungen der XBOX One Hardware gibt es aber durchaus sichtbare Enttäuschung. Einige Effekte sind sehr grob und schmälern schon am Anfang etwas den sonst runden Grafikgenuss. Im Vergleich mit beispielsweise The Witcher 3 ist der Grafik aber für viele wahrscheinlich ein schon gewolltes Mindestmaß. Das heißt im Klartext, das es sicherlich andere Effekte und Details gibt, jedoch wird uns Spielern keine völlig neue Offenbarung eröffnet. Im Gegensatz zum PC bin ich aber von der Gesamtwelt in Quantum Break zufrieden und halte sie für in sich sich stimmig. Wie viele schon anderorts gelesen haben, plagen PC-Spieler oftmals Frameeinbrüche und andere Hänger, obwohl entsprechend potente Hardware vorhanden ist. Bei der Konsolenfassung habe ich solch etwas nicht bemerkt. Dies wäre denke ich auch alles andere als das Optimum für Microsoft, wenn sie diesen erhofften Hit vor allem auf XBOX One verhauen würden. Die Kritik der PC-Spieler müssen sich die Entwickler aber durchaus gefallen lassen, vor allem auch weil die PC-Version zur gleichen Zeit veröffentlicht werden musste und einige Leistungsprobleme sicherlich nicht nur Spielern im Nachhinein aufgefallen sind.

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Spielerisch gibt es eigentlich auch keine völlig neue Herangehensweise aber sie ist anderes ausstaffiert und wie oftmals bei Spielen von Remedy cool in Szene gesetzt. Wir als Held bemerken kurz nach dem richtigen Einstieg ins Spiel und den ersten wichtigen Zeitereignissen, dass wir einige Fähigkeiten entwickeln. Diese Fähigkeiten erweisen sich als äußerst nützlich die uns im Kampf gegen die ominöse Firma Monarch sehr dienlich sind. Bewegen tun wir uns in der 3rd Person Ansicht und sehen Jack immer vor uns. Die Sicht ist nicht zentriert und immer mit Blick über einer seiner Schultern versetzt. Diese kann notfalls auch gewechselt werden, sollte es beim Zielen mit Waffen unübersichtlich werden. Und da haben wir es auch schon. Waffen, auch ein altbekannte Begleiter in einem solchen Actionstreifen.

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Die Mischung zwischen Zeitfähigkeiten und Waffen, vom Kleinkaliber bis zu größeren Maschinengewehren, ermöglicht es uns recht gut, auch gegen kompliziere Gegner zu erwehren. Selbst der schwierige Modus sollte für die meisten erfahrenen Spieler einen angenehmen Durchlauf durch das Spiel ermöglichen. Die Abläufe sind wie in den meisten Spielen recht schnell erlernt und umgesetzt. Bei einigen Gegnern gibt es ein paar Kniffe sie schnell zu erledigen um ihren Schutzpanzer zu umgehen. Trotzdem würde ich sagen kommt nie eine völlige Abnutzungserscheinung auf. Die Sache mit den Zeitstoppern oder dem beschleunigten Laufen, sogar die paar Nahkampfattacken, machen es schön anzusehen. Die Fähigkeiten sind auch mit Auffinden weiterer Fähigkeitspunkte erweiterbar und verstärken unsere Angriffe. Leider ist es aber auch so, dass sich nichts wirklich abnutzen kann, weil Quantum Break insgesamt ein sehr kurzer Spaß ist. Wer es nicht mehrmals durchspielen möchte und insgesamt gut ist, brauch vielleicht nur 5-8h. Hier wäre sicherlich noch etwas mehr Luft nach oben gewesen.

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Am Ende bleibt ein runder Eindruck (zumindest in der XBOX One Fassung). Quantum Break bringt viel Spaß und Qualität mit, was die Spieler schon vom Entwickler Remedy kennen aber der Gesamteindruck wird von der Gesamtdauer des Spiels geschmälert, wie ich finde. Die Missionen hätten mehr oder noch länger sein können. Dennoch ist die jetzige Spielerfahrung so intensiv, dass es nie lang gezogen oder langweilig wird. Die optischen Arbeiten sind gelungen und erzeugen ein Gesamtbild was gerne angeschaut werden möchte. Einige Effekte sind aber teilweise hässlich, weil sie wohl zu niedrig aufgelöst sind. Die Idee des Zeitparadigma ist nicht gänzlich etwas Unbekanntes. In diversen Science Fiction Werken gibt es auch immer mal wieder ein Dilemma mit unterschiedlichen Zeiten oder Universen. Die Entwickler haben sich aber hier eine schöne eigene Story um die beiden Brüder und ihren guten Freund ausgedacht, was spannend ist mitzuverfolgen, entweder als Spiel oder als Serie zwischen den Akten. Die Entscheidung das Spiel daher mit einer Serie zu verknüpfen halte ich für abwechslungsreich aber durchaus für einige Spieler als Eingriff im Spielfluss. Glücklicherweise können die Episoden übersprungen werden. Trotzdem bin ich am ende froh keine vollen 60 Euro für das Spiel gezahlt zu haben. Das Ende hält die Möglichkeit bereit, dass Quantum Break eventuell noch mal in einem zweiten Teil fortgeführt wird. Ob es dazu kommt wird die Zeit zeigen.

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Schlagwörter: XBOX One Quantum Break