Halo 5: Guardians

Cortana die KI im Halo Universum ist unser Freund, Helfer und bald eine Verräterin an der Menschheit?

Mit Halo 4 sind wir schon länger in einer neuen Trilogie angelangt. Halo 5 spinnt die Geschichte weiter nur etwas anderes als noch in allen anderen Teilen. Bei vielen könnte es sogar etwas Missgunst erzeugen aber die Wendung im Spiel eröffnet auch neue Möglichkeiten. Sicherlich gibt es aber einen weniger dichten Storyinhalt als in Teil vier. Jedoch halte ich einige Aussagen und Meinungen zur mäßigen Story des aktuellen fünften Teils für übertrieben. Die Story wird auch im fünften Teil weitergeführt nur nicht mehr komplett aus der Sicht von John. Spartan 117 hat aber noch nicht ausgedient, seine Geschichte wird sicherlich auch wieder ihren Höhepunkt finden. Hier aber sind auch die Perspektiven der anderen Crewmitglieder involviert und als Stammspieler ist es schon eine Umgewöhnung die Geschichte größtenteils aus einer anderen Heldenfigur zu sehen.

Komplexe Handlung mit viele Schauplätzen aber fehlenden Verbindungen für Spieler

Spartan Locke kennen einige Spieler schon aus der Xbox Live Serie Halo: Nightfall. Aber auch hier gibt es wieder ein Problem. Zwischen all diesen Bruchstücken fehlt es an Verbindungsstücken, die meist nur durch diverse andere Medien, wie auch Büchern ihren Sinn im Detail ergeben. Und hier wird es im Halo Universum langsam richtig komplex. Daher ist der größte Story Kritikpunkt wirklich eher in Richtung der vermeintlich fehlenden Verbindung zwischen den Teilen. Dies konnte Halo 5 anfänglich leider nicht aufarbeiten und wir steigen in einen neuen Abschnitt ein, in den nur sehr treue Halo Fans wirklich direkt Anbindung finden. Als wir Spieler den Didaktiker in Halo 4 besiegt haben, standen wir am Ende ohne Cortana, einsam und verlassen im Flagschiff der Menschheit, der Infintiy da. Cortana hat sich scheinbar am Ende des vierten Teil schon soweit verändert, dass sie nicht mehr zurück konnte oder wollte. Und in Halo 5? Dort startet der Master Chief mit seinem Team Blau ins Geschehen und kann mittlerweile drei weiter Spartans befehligen. Diese Missionen sind aber auf das komplette Spiel gesehen eher in der Minderheit. Das zweite Team Osiris ist mit Spartan Locke, unserem neuem Ego vertreten.

Und was ist nun mit Cortana geschehen? Wir wissen es nicht. Zumindest ruft sie ihren treuen Freund dem Master Chief zu sich, der sich auch direkt mit seinen Teamkollegin auf den Weg macht. Seit einigen Teilen schwingt ja schon eine Art Liebesgeschichte zwischen dem Menschen und der künstlichen Intelligenz mit und im neuen Teil wird diese zwar nicht stärker aufgebauscht aber wir wissen, sie können nicht mehr ohne die Hilfe des anderen existieren. Zumindest scheint es so und dennoch hat sich Cortana verändert und am Ende weiß selbst John nicht mehr ob er ihr noch trauen kann. Die Handlung hat noch diverse andere Nebenschauplätze so auch den Bürgerkrieg zwischen den Allianzmitgliedern und den anderen Sangheili, der Alienrasse in Halo. Gerade auch deshalb scheint das menschliche Schicksal, der fast kompletten Vernichtung durch die Allianz, aus dem Blickfeld verschwunden zu sein und die Aufräumarbeiten der durch die Allianz verglasten Planeten, hat begonnen.

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Spielerisch der perfekte Shooter wie eh und je

Ob Spartan Locke nun dem Spieler sympathisch ist oder nicht, spielen müsste man ihn im Hauptteil der Kampagne. Aber er ist dennoch der Neue im Spiel und so muss er sich erst einmal beweisen. Aus der persönlichen Geschichte weiß man aber dass er es nicht müsste. So wird auch kurz angeschnitten das er mal für das ONI ein stinknormaler, menschlicher Agent gewesen ist - mit dem Auftrag dem Gebieter zu töten. Spielerisch besitzt das Team Osiris aber die gleiche Ausrüstung und Möglichkeiten wie das Team Blau und die Gefahren sind so vielfältig wie bekannt. Seitdem die Blutsväter Technologien auch als Waffen in Halo 4 dazu kamen, sind die Möglichkeiten im fünften Teil sich zur Wehr zu setzen fast unerschöpflich. Anders sieht es da mit der Munition aus. Diese ist seit dem ersten Teil von Waffe zu Waffe immer weniger geworden. In Halo 5 ist ein ständiger Wechsel mit herumliegenden Waffenmodellen unausweichlich und eine wirkliche Lieblingswaffe gibt es so kaum. Wer es dennoch versuchen möchte, wird es sehr viel schwerer haben als üblich. Die eigentlichen Schwierigkeitsgrade sind auch in diesem Teil wieder enthalten und im legendären Modus eine schöne Herausforderung. Durch das Team aber mittlerweile auch alleine machbar. In älteren Teilen hat man sich für diese Aufgabe lieber einen menschlichen Kooperationsspieler hinzugezogen.

Kooperation geht weiterhin. Was es nicht mehr gibt ist der Splitscreenmodus an einer Konsole. Dieses Relikt war für einige immer noch so etwas wie ein Heiligtum. Dieser wurde nun komplett gestrichen ist aber natürlich nicht ersatzlos verschwunden. Weiterhin gibt es Multiplayermatches, so auch kooperativ über XBOX Live. Ein kostenpflichtiges Abo von ca. 50 Euro im Jahr vorausgesetzt. Für 343 Industries war es angeblich eine technische Entscheidung. Für Microsoft eine Finanzielle, wenn man sich die ausschließliche Verknüpfung mit XBOX Live anguckt. Und Allgemein vielleicht auch eine Entscheidung von Ressourcen, die dafür nicht mehr aufgebracht werden sollten, weil es der Gros der Gamer nicht mehr nutzt. Ein Makel kann es aber halt für den einen oder anderen schon sein.

Wer das alles nicht benötigt muss mit seinen Computer oder XBOX gesteuerten Teammitgliedern Vorlieb nehmen. Das Ganze ist eine erfrischende Neuerung, als der oftmals schon durchexerzierte Alleinkampf der anderen Teile. Zwar waren dort Begegnungen mit anderen Menschen immer drin aber ein ständiger Begleiter war eigentlich nur, die in unserem Helm herumschwirrende, KI Cortana. Abseits der Hauptreihe war dies aber schon in Halo Reach möglich. Unsere Begleiter können uns nun auch wiederaufhelfen, wenn wir gefallen sind und somit ist nicht sofort der Sprung zum letzten Speicherpunkt nötig, wenn wir einmal gefallen sind. Sollte das Team aber komplett versagen so wird Letzteres doch zur Notwendigkeit. Und das kann doch Öfter vorkommen als uns lieb ist. Denn oftmals zeigen die Teammitglieder keine so hohe Auffassungsgabe der jeweiligen Situationen und rennen doch oft in ihr Verderben. Zudem gibt es noch den Zeitdruck, jemanden wieder zu beleben, gerade bei einem selber. Nur in dieser kurzen Frist ist es den Teammitgliedern möglich uns auf die Beine zu helfen. Andererseits steht wieder der letzte Speicherstand an. Ein paar Fähigkeiten bringen die Spartans nun auch mit. Sie können ihren Lauf beschleunigen und durch brüchige Wände oder Böden brechen, umso neue Zugänge und Verstecke zu eröffnen. Selber nutzen wir dies meist häufiger als unsere Spartans selber. Diese können nun aber auch mit einfachen Kommandos übers Digikreuz des Kontrollers befehligt werden. Vor allem nützlich um das Feuer auf ein Gegner zu konzentrieren. Genutzt muss dieses Feature aber nicht. Sie wissen was sie tun und sind eine Hilfe aber in zu starken Gefechten darf keiner zu viel von ihnen erwarten.

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Eindrucksvolles Leveldesign und eine schlaue Technik

Halo hat oft schon eine bunte Palette von Levels geboten. Das Leveldesign in Halo 5 ist aber noch herausragender und unterstreicht doch die Fähigkeiten der XBOX One und dem Entwicklerteam dies technisch umzusetzen. Hierbei soll 343 Industries in aufwändigen Szenen sogar die Auflösung automatisch herunter regeln. Wenn dies geschehen ist, dann war es nicht spürbar und hatte auch keinen negativen Einfluss auf die Performance oder dem Spielfluss gehabt. Sollte dies aber so angewandt wurden sein, ist diese Technik vielleicht auch wegweisend für andere Entwickler, um das beste Ergebnis für ihre Spiele herauszuholen, auch auf der etwas schwächeren XBOX One. Halo 5 besticht aber eben auch durch die vielen schönen Leveldesigns. Vom offenen Gelände bis Gängen und Höhlen. Mein Lieblingslevel waren die ersten Missionen auf dem Planeten Sanghelios. Mit seinen alten, staubigen und wüsten- bis steppenartigen Strukturen, und dennoch vielen Objektdetails, ist es auf jeden Fall ein Highlight im Spiel. Für solche Missionen müssen sich bestimmt einige Leveldesigner Tage, wenn nicht sogar Wochen beschäftigen.

Halo 5 ist also ein sehr gelungenes Halo geworden. Klar es hat einige schwierige oder nicht ersichtliche Übergänge in die jetzige Story zu verkraften aber das war teils schon oft das Problem bei Halo gewesen, welches sich nicht nur durch die Spiele definiert. Einen besseren Einstieg in die aktuelle Materie wäre aber sicherlich wünschenswerter gewesen. Der Aufbruch in diesen Teil der Handlung ist doch etwas zu stark abgeschnitten vom restlichen Universum gewesen. Das der Master Chief zusätzlich nicht mehr die alleinige Geige spielen darf, ist eine zusätzliche Umstellung, der sicherlich auch erst einmal verkraftet werden muss. Aber nicht nur das Team an seiner Seite, sondern auch der neue Faden mit dem Team Osiris und dem Spartan Locke bieten ein wünschenswerte Abwechslung. Für Halo 6 wünsche ich mir aber einen besseren Einstieg. Technisch gesehen ist Halo aber das Grundprodukt geblieben, was es schon immer gewesen ist. Weiterhin gibt es auch diverse Fahrzeuge und Fluggeräte. Und selbst die vielen sammelbaren Gegenstände die ein Teil der weiteren Nebengeschichten erzählen, sind weiterhin enthalten. Musikalisch wurde ein Mix aus alten Klängen und den neueren Ensemble aus Halo 4 geschaffen. Insgesamt sind die Stücke aber auch eher ruhiger. Kommt aber doch sehr gut an.

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Meine Erwartungen hat es am Ende sogar etwas übertroffen. Wobei ich die Entwicklung nicht wirklich verfolgt habe und auch nicht wusste wie es aussehen könnte, geschweige ob es einen Einzelspieler enthält. Bei dem Untertitel "Guardians" hatte ich gar die Befürchtung, auch durch die starke Multiplayer Berichterstattung, es könnte nur ein Mehrspielertitel werden oder ein Titel mit ausschließlicher Fokussierung auf dem Multiplayer. Daher war auch keine große Enttäuschung bei der Story zu spüren. Einen Muliplayer hat es natürlich dennoch. Abseits des Koops gibt es dort auch einen neuen Modus. In Kriegsgebiet können 24 Spieler (à 12 Spieler pro Seite) gegeneinander spielen, Missionen erfüllen, Aliens abwehren und die andere Spielerpartei ausstechen. Auch ein sehr spaßiger Zeitvertreib. 343 Industries hat also wieder ein rundes Halo abgeliefert von denen sie noch mindestens eines abliefern müssen.

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