Fallout Shelter

Mit Fallout Shelter können sich Gamer schon im Vorfeld zu Fallout 4 einbunkern lassen.

Als Fallout 4 angekündigt wurde, gab Bethesda auch bekannt, das sie schon weit davor ein kleines Mobilgame im Fallout Universum veröffentlichen. Erschienen ist es schon für iOS. Seit ein paar Tagen gibt es nun auch die Android-Version und es können nun alle ihre Bunkeranlagen in Fallout Shelter, in die Tiefe eines namenlosen Berges hauen. Dabei ist Fallout Shelter fast so klassich wie andere Free to Play Games, jedoch nicht ganz so aufdringlich. Vorweg: Es gibt im Spiel auch wieder einen Bezahldienst, um sich weitere Möglichkeiten schneller zu erkaufen. Diese Möglichkeiten sind aber weitgehend unauffällig integriert. Bisher trat bei mir nur die Nachfrage der Bewertung im PlayStore auf und dies ist jenseits von einer Belästigung zur Aufforderung Echtgeld auszugeben. Auch andere explizite Hinweise auf die Echtgeldeinkäufe gab es bisher nicht. Im Tutorial wird dabei auch nicht wirklich eingegangen, jedoch wird der Spieler früher oder später über diese Option stolpern. 

Andererseits sind Free to Play Spiele immer eine sehr langwierige Geschichte. Das ist auch hier so. Wer kein Geld ausgeben möchte, kann damit Tage und Wochen verbringen, Räume und Gegenstände frei zu spielen. Dahingehend gibt es für Fallout Shelter keinen Unterschied zu anderen, mit Echtgeldshops versehenen Spiele. Einen Unterschied gibt es aber sichtlicher Weise. Die meisten Spiele nutzen meist ein Draufsicht oder Vogelperspektive. Um einen Bunker zu bauen macht sich diese Persektive natürlich eher unpraktisch. Daher gibt es einen Querschnitt des Bergs, in dem wir unser sogenanntes Vault aufbauen werden. Am Anfang stehen dann auch schnell die ersten Bewohner des Landes vor dem großen runden Vaulttor und wollen hereingelassen werden. Alle Funktionen sind mit ein paar einfachen Fingertricks schnell erlernt und ausnahmslos gut umgesetzt. Daher sind diesen ersten Bewohnern auch schnell die ersten Aufgaben, der ersten paar Räumlichkeiten zugewiesen. 

Leben und Arbeiten im Untergrund

Jede Figur hat anfänglich ein sehr ähnliches aber niedriges Attributsniveau. Wie in den Hauptspielen gibt es auch hier die sogenannten S.P.E.C.I.A.L Werte. Welche für Stärke, Intelligenz , Beweglichkeit und andere stehen. Diese sind wiederum wichtig um Räume mit den besten Bewohnern in ihrem Fach zu besetzen. Ein Labor oder medizinische Einrichtung benötigt jemand mit gut ausgeprägter Intelligenz. Im Generatorraum, der für die Stromversorgung notwendig ist, werden andererseits starke Bewohner bevorzugt. Wenn solch eine Übereinstimmung gut gewählt wurde, ist die Produktivität der Räume entsprechend besser. Produziert werden neben der Energie für den Bunker auch Wasser und Nahrung. Mit Kronkorken wird in der Welt von Fallout wie immer die Bezahlung durchgeführt und neue Räume in den Berg geplant. Dieses Spielgeld gibt es immer wieder nach dem Aufgaben erreicht wurden oder auch, wenn Bewohner im Level aufsteigen. Jedoch ist dieser Weg wie oben beschrieben langwierig und es ist hart verdientes Geld. Nicht nur Räume bauen kostet Geld auch deren Aufwertung ist sehr kostspielig. Gleiche Räumlichkeiten können nebenbei auch kombiniert werden. Dies trägt nicht nur der Übersichtlichkeit bei, sondern kombiniert dementsprechend auch die Produktivität der einzelnen Räume zu einem großen. 

Reproduktion & Gefahren im Untergrund

In Fallout Shelter kann es aber auch vorkommen, dass Arbeitkräftemangel herrscht und neue Bewohner sind weit und breit nicht zu finden. Neue Bewohner können erst mit einer Radiostation angelockt werden. Es gibt aber auch die altmodische Möglichkeit der Reproduktion. Daher steckt der Spieler zwei Vaultbewohner in die Aufenthaltsräume und wartet ab. Nach einiger Zeit verdrücken sie sich in den hinteren (nicht einsehbaren) Schlafbereich und vergnügen sich. Aus dieser Vereinigung geht immer eine Person hervor, welche schwanger wird. Weil nur Mann und Frau dieser Vergnügung im Spiel nachgehen können - sollte klar sein, dass hier Frau schwanger werden kann. Im Spiel ist diese Tatsache auch zu 100% sicher. Nach einiger Zeit ist das Kind geboren und nach einer weiteren Weile ist es erwachsen und kann dem Spieler als vollständiger Mitarbeiter dienlich sein.

Aber alles in Fallout Shelter ist nicht so kunterbunt. Es gibt Angriffe von bösen Raider auf die Bunkeranlage und auch Ereignisse direkt ausgehend vom Untergrund. Diese stören die ansonsten heimische Idylle. RAD-Kackerlacken brechen ab und an durch den Boden und terrorisieren die arbeitende Schicht oder Brände brechen aus. Auch Unfälle beim Tempomodus sind garantiert. Dieser Modus kann genutzt werden um die Produktion für kurze Zeit zu beschleunigen. Dabei ist die Chance aber immer geben das dieser Modus schief läuft und ein negatives Ereignis, anstatt eines Überschusses, auftritt. Ich empfand die Chance der negativen Ereignisse aber leider zu hoch und daher ist der Modus kaum zu empfehlen, obwohl die Chance im Spiel selber als relativ gering angeben wurde, dass etwas passiert. Daher kann dieser Modus auch schnell zu Frustration führen.

Dieses Minigame macht einen sehr runden Eindruck und es macht auch Spaß die Welt von Fallout mal in dieser Ansicht zu begehen. Als Free to Play Titel muss es auch nicht ständig beobachtet werden. Spielen geht daher überall und die Vault braucht keine großen Managertalente um am Leben zu bleiben. Andererseits kann es auch durch das langwierige Spielen schnell in die Eintönigkeit abdriften. Wer am Ball bleibt, bekommt weitere Freischaltungen, um neue Bereiche zu bauen. Platz gibt es im Berg genug und der Fahrstuhl kann ständig erweitern werden, um neue Areale zu erschließen. Aber selbst das entfernen von schweren Steinen kostet Geld wie jede Erweiterung. Dieses Spielgeld kann zwar freigespielt werden. Es wäre aber schöner gewesen, wenn es noch ein paar mehr Möglichkeiten geben würde. Ansonsten bliebe eiligen Spielern nur der Griff zum realen Konto und der Kauf von InGame Items.

Wer darauf überhaupt nicht abfährt aber das ansonsten bekannte Spielprinzip aus den Vollpreistiteln mag, muss sich auch nicht mehr lange gedulden. Anfang November kommt endlich Fallout 4. Wahrscheinlich werde ich Shelter bis dahin auch schon nicht mehr spielen, dafür sind mir diese Free to Play Games vom Verhalten alle zu gleich und zu eintönig. Aber als kurzer Spaß ist es sehr gut geeignet und verkürzt doch ein wenig die Wartezeit auf seinen großen Bruder.