Horizon Zero Dawn

Mit einer neuen Heldin bekommt Sony eine komplett neue Reihe spendiert und der Spieler ein herausragendes, exklusives PS4 Spiel.

Was bei Microsoft schon seit Jahren nicht mehr richtig funktioniert, schafft Sony in den letzten Monaten erstaunlicherweise mit einem Handstreich – so zumindest der Anschein. Das es nicht nur ein Handstreich ist, dürfte vielen klar sein. Ein so großes Spiel wie Horizon entwickelt sich nicht von allein und auch nicht in wenigen Monaten. Als Entwickler des Spiels zeichnet sich Guerrilla Games aus, welche vor allem bekannt durch Killzone wurden. Horizon Zero Dawn schlägt hierbei in eine völlig andere Kerbe. Kein Egoshooter, keine begrenzten Levels und keine seichte Story. Die Killzone Reihe ist dennoch gut aber das kann vorab gesagt werden schlägt Aloy, so die Heldin des neuen Spiels, mühelos.

Horizon Zero DawnHorizon Zero Dawn

Die neue IP (Intellectual Property [Geistiges Eigentum]) von Guerrilla Games enthält dennoch viel Action, nur halt auf einer anderen Basis. Auch gibt es noch andere Gemeinsamkeiten. Das neue Universum ist ganz klar im Science Fiction Umfeld anzusiedeln, auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so aussehen mag. Aber stimmt das? Ja, mit dieser leichten Verwirrung spielen die Entwickler absichtlich etwas, um den Überraschungsmoment etwas größer zu gestalten. Wir befinden uns auf einer grünen, von Nomadenstämmen besiedelten Erde. Fast alles ist grün und saftig, kalt und karg oder einfach nur staubig und glutheiß. Es wirkt alles wie aus einer frühen Entwicklungsphase der Menschheitsgeschichte. Bis zu dem Punkt, als wir das erste Mal auf dem Bildschirm Tiere erblicken, die definitiv nicht aus Fleisch und Blut sein können. Diese Tiere sind teilweise gewaltig und durch elektronische Schaltkreise, Prozessoren und Kabel verbunden. Alles andere als kuschlig!

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Als Kleinkind beginnt Aloy die neue Welt zu erkunden. In den ersten Minuten und Stunden ist auch „Rost“ ein treuer Begleiter. Dieser ist unser Ziehvater und Mentor auf unseren Weg zu einer echten Kriegerin. Wir bemerken aber schnell das wir von unserem eigenem Stamm gemieden werden und als ausgestoßen gelten. Horizon tut sehr schnell mehre Geschichtsfäden auf die geklärt und erkundet werden wollen. Es gibt jedoch später eine enge Verknüpfung vom persönlichen Schicksals Aloys und der eigentlichen Spielwelt. Dies alles wird aber erst später wirklich transparenter. Am Anfang wollen wir eigentliche erst einmal wissen, wo wir herkommen und wer unsere Mutter ist. Das es da Maschinentiere gibt, ist zwar auch interessant, für Aloy die damit aufwächst aber verständlicherweise erst mal Nebensache. Aber auch aus dieser Nebensächlichkeit wird eine grundsätzliche Ursprungsfrage. Wo kommen diese teils monströsen Maschinen her?

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Vor allem gibt es auch ein Problem mit diesen Maschinenwesen. Sie werden immer aggressiver und töten Menschen. Was hat sich in ihrer Programmierung geändert, dass es zu solch Vorfällen kommt? Aloy wird schon in ihrer Kindheitsphase erste Berührungen zu den alten Menschen machen und feststellen, das diese hoch entwickelt waren, aber dem Anschein nach ausgestorben sind. In einer Ruine entdeckt sie durch einen glücklichen Zufall, ein Gerät, welches sie sich ans Ohr klemmen wird. Ähnlich wie eine Augmented Reality Brille, nur noch kleiner, bekommt Aloy dadurch die Möglichkeit ihre Umgebung zu scannen. Der sogenannte Fokus baut dabei ein holografisches Feld um ihren Kopf dar. So kommt sie auf begrenze Distanz an Informationen zu Objekten, Menschen und Maschinen. Zudem wird sie neben Bogen und Schleudern einen Kampfstab besitzen, den sie im laufe der Ereignisse wortwörtlich upgraden wird, um damit wiederum Maschinen zu bändigen, welche dann für sie kämpfen oder ihr als Reittier dienen. Die herkömmlichen Waffen, wie der Bogen oder die Schleudern sind aber genauso, wie Rüstungen verbesserbar. Es gibt wie in einigen Rollspielen, die Möglichkeiten von „Runenplätzen“. Hier kann Aloy gefundene Maschinenteile, wie Spulen, mit verschiedenen Wirkungen einbauen. In Rüstungen kann sie ihren Feuerschutz erhöhen oder in Waffen die Durchschlags- oder auch die anderen Elementarkräfte verbessern.

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Weitere Rollenspielelemente sind durch Aloys Fertigkeiten geben. Sie selber steigt in ihrem Level auf und es gibt Fertigkeitspunkte die wir in drei Talentbäumen verteilen können. Desto intensiv Horizon gespielt wird, sprich Haupt- und Nebenaufgaben erledigt werden, können alle Talente freigeschaltet werden. Keine Fertigkeit aus unterstützenden Talenten, wie auch Nah- und Fernkampf Attacken bleiben uns verwehrt. Dazu muss aber das Maximallevel von Fünfzig zumindest angekratzt werden. Durch diverse Aufgaben können aber alle Fertigkeiten auch schon früher bereitstehen, weil oft auch Fertigkeitspunkte als Belohnung vergeben werden. Kämpfe können nebenbei auch weniger direkt angegangen werden. Aloy kann auch schleichen und es ist oftmals auch angeraten sich im hohen Gras zu verstecken. Schade nur, dass sie sich nur in bestimmten Gräsern verstecken kann. Andere Büsche oder Blumenfelder sind zwar oftmals auch dicht, aber hier können uns Gegner ohne weiteres erspähen. Neben Schleichen, kann sie wie Nathan Drake aus Uncharted klettern und teils akrobatische Sprünge vollführen. Viele dieser Bewegungen helfen ihr ungemein bei der Erkundung der verschiedenen Terrains.

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Zu entdecken gibt es nebenbei noch vieles mehr. Es wird an keiner Stelle langweilig. Selbst das Erkunden der recht üppigen Karte stellt eine spannende Erfahrung dar. Anfänglich dürfen wir uns nur in einem begrenzten Talkessel aufhalten, bis sich uns eine Karte voller Gefahren und Abwechslungen auftut. Mit unterschiedlichen Klimazonen wird auch grafisch einiges aufgefahren. Optisch bleiben wir nicht nur in kalten Tundren, sondern werden auch noch in warmen und tristeren Gegenden unterwegs sein. Die Entwickler haben hier einiges aufgebaut, was Horizon in diesem Jahr wohl zu den grafisch beeindruckendsten Spielen zählen lassen wird. Dabei wird auch die Detailfülle der Welt beitragen. Die Fernsicht ist sehr weitläufig und wird nur getrübt, wenn die Effekte eine dicke neblige Wetterlage mit viel Regen bilden. Die Gesichtsanimationen sind gut, wenngleich nicht alle deutschen Übersetzungen so lippensynchron sind. Das ist leider einer der öfter vorkommenden Schnitzer im Spieldesign. Glücklicherweise ist es kein grober Spielfehler, der den Spielspaß immens drücken würde aber halt nicht ganz so schön.

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Wichtig in solchen offenen Welten sind auch die Aufgaben an sich. Der rote Pfaden und die Nebenaufgaben. Diese dürfen keine Ermüdungserscheinungen aufweisen und das tun sie auch im Großen und Ganzen nicht. Die Nebenaufgaben sind mit Erkundungen und Sammelaufgaben ähnlich wie andere Spiele gestaltet, jedoch nicht zu übertrieben. Sammelbares kann zum Großteil schon von Speicherpunkt zu Speicherpunkt ohne große Hilfe gefunden werden. Auch die Besteigung der Langhälse, die viel aus Assassin Creeds besteigen der Türme hat, kommt vor und ist ein wichtiger Teil der Kartenerkundungen im Spiel. Jedoch hält sich hier das Maß. Insgesamt können die ungewöhnlichen und größten Maschinentiere in Horizon an einer Hand abgezählt werden. Zusätzlich gibt es noch Jagdgründe, in denen wir Jagdaufgaben bestehen müssen, um in einer Jägerloge aufgenommen zu werden. Auch gibt es weiterhin, wie in anderen Spielen, Charaktere mit mehr oder minder schweren Problemen, die von uns gelöst werden sollen. Wer es mag, kann sie erledigen und extra Erfahrungspunkte und weitere seltene Belohnungen erlangen.

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Horizon Zero Dawn wird an die Aufgabenmasse eines The Witcher 3 nicht herankommen und dennoch ist es für viele Stunden ein gut gefülltes Meisterwerk. Die Mischung aus Rollenspiel und neuer ungewöhnlicher Spielwelt machen es mysteriös und dadurch sehr spannend zu erkunden. Viele Einzelheiten und Details der Geschichte werden auch erst durch weitere Schriften und Aufnahmen klarer. Der rote Pfaden bietet aber sicherlich schon den groben Rahmen, jedoch sollten sich Spieler Zeit nehmen um Fundstücke genauer zu überprüfen. Die Geheimnisse um Aloy, der Erde, sowohl der vergangen und der zukünftigen besitzen wirklich Tiefgang und weiteres Potenzial erzählt zu werden. Der Schwierigkeitsgrad ist ausgewogen, bietet aber abseits der Wege, vor allem auch in den geheimnisvollen Brutstätten einige Herausforderungen. Guerilla Games hat hier etwas geschaffen, was hoffentlich auch noch mal mit einem weiteren Spiel bedacht wird. Für mehrere Killzone Abenteuer hat es ja auch gereicht. Auch Playstation 4 Pro Besitzer werden bedacht. Horizon ist 4k-tauglich und bietet HDR. Aber auch mit geringere Auflösung und 30 fps ist das Spiel eine Schönheit.

Die Mischung aus Spielmechanik, Grafik und der Story sind für den Erfolg von Horizon ausschlaggebend. Zum einen wird der Spieler an die Hand genommen, um in den ersten Spielstunden zu überleben und zu lernen. Zum anderen bietet die Welt so viele neue Ideen und Spannung, dass man von selber auf jeden Fall etwas neues erforschen möchte. Alles ist machbar und erreichbar. Nichts ist langatmig und zu nervenaufreibend. Ein Spiel für fast alle PS4 Besitzer.

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